28. Februar - Haus für die Wehr muss kommen

Bürgermeister Rolf Claußen (l.) übergab Ortsbrandmeister Ralf Köllner schon mal einen Bauhelm.PLANUNG Rolf Claußen prüft derzeit die Finanzierungsmodelle für die Feuerwehr

Das Feuerwehrhaus müsste jetzt in die Haushaltsberatungen einfließen, so der Bürgermeister.

WITTMUND – Die Voraussetzungensind gegeben. Ein Architektenwettbewerbwurde durchgeführt, ein Grundstückgefunden, und auch die Bodenproben sprechen nichtgegen den Neubau eines Feuerwehrhauses für die Wittmunder Kameraden an der Carolinensieler Straße. Was aber fehlt, ist wie immer das Geld. Jetzt aber konnte Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen auf der Jahreshauptversammlung der Wittmunder Feuerwehr am Freitagabend neuen Mut machen. „Ich selbst habe derzeit die Finanzierungsmodelle auf dem Tisch liegen. Ich möchte, dass Ihr im nächsten Jahr das neue Feuerwehrhaus bekommt“, betonte er.

Aber allein von seiner Entscheidung ist das nicht abhängig, die Kommunalpolitiker müssen in ihren Haushaltsberatungen, die im März laufen, die Mittel mit einstellen. Die Notwendigkeit dürfte jedem, der das Feuerwehrhaus in Wittmund an der Bismarckstraße kennt, klar sein. „Ich will hier keine Balkonrede halten. Feuerwehr ist eine von unseren kommunalen Pflichtaufgaben“, sagte Claußen.

Auch in der Vergangenheit hatte er den Mitgliedern der Wittmunder Wehr immer wieder Unterstützung bei den Planungen des Neubaus zugesagt, musste sie aber auch immer wieder vertrösten. „Jetzt sind wir soweit. Es muss aber in den Finanzrahmen passen“, betonte der Bürgermeister. Er hoffe, dass auch die Mitglieder des Stadtrates jetzt grünes Licht geben. „Wir wussten lange nicht, wohin die Reise geht. Jetzt hat es den Anschein, als dürften wir bald die Koffer packen“, sagte Ortsbrandmeister Ralf Köllner, der von Claußen schon mal ein Säckchen Sand und einen Bauhelm überreicht bekam. Auch der Vorsitzendedes Feuerwehrausschusses, Wilhelm Busker, bestätigte den Männern die volle Unterstützung für den Neubau.

 

 

Rund um die Uhr im Einsatz für Bürger

FEUERWEHR Oltmann Klöker ist seit 50 Jahren Mitglied / Brandschutzerziehung wichtiges Thema

Die Männer hatten viele Einsätze, auch weil sie die Drehleiter besetzen.

WITTMUND – Kaum war das Jahr 2010 zwei Minuten alt, galt es für die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Wittmund, schon zu einem Heckenbrand auszurücken. Geprägt war das vergangene Jahr, so Ortsbrandmeister Ralf Köllner auf der Jahreshauptversammlung am Freitagabend, von allerhand Einsätzen – glücklicherweise blieben aber Unfälle und Brände mit tödlich verletzten Personen aus. Wichtig für die Wehr sind die Wärmebildkameras, die angeschafft werden konnten. So wurden mit ihr im Mai bei einem Brand in einer Dachgeschosswohnung weitere Glutnester aufgespürt. Mülleimerbrände, Fehlalarme, Hilfeleistungen und nicht zu vergessen die große Aufräumaktion im Juli, nachdem das Sturmtief „Norina“ über Norddeutschland gefegt war, bestimmten den Alltag der Kameraden.

Vor allem blieb ihnen der Großeinsatz am 10. Juli im Wittmunder Wald, wo es zu einem Flächenbrand gekommen war, in Erinnerung. Insgesamt hatten die Wittmunder sieben Großbrände zu verzeichnen, zu fünf Einsätzen rückten sie mit der Drehleiter des Kreises, die sie besetzen, zu Hilfe der Nachbarwehren aus. Insgesamt, und das ist eine beeindruckende Zahl, haben die 62 Aktiven, 14 Kameraden der Altersabteilung und 25 Mitglieder der Jugendwehr einmal mehr 2469 Stunden ehrenamtlich an Einsatz- und Ausbildungsstunden absolviert.

„Feuerwehr ist ein Ehrenamt, das wir nicht hoch genug anerkennen können“, sagte Bürgermeister Rolf Claußen. Er unterstrich, dass neben dem neuen Feuerwehrhaus, das hoffentlich bald gebaut werden kann, auch über die Anschaffung eines neuen Einsatzleitwagens beraten werden muss. „Schreibt sich der jetzt schon mit D, der Einsatzleidwagen?“, lächelte Wittmunds Kommissariatsleiter Stephan Zwerg. Er weiß, wie wichtig die Wehr ist, hatte sie doch auch den Unfallort nach einem Zusammenstoß zwischen einem Privat-Wagen und einer Polizeistreife im vergangenen Jahr gesichert.

Zwerg freute sich auch darüber, dass dieWehr im Rahmen des Feuerwehrballs 1000 Euro für die Unterstützung des Präventionsrates Harlingerland gesammelt hat, dessen Geschäftsführer er ist. Neben Burkhard Golz, Leiter der Straßenmeisterei Wittmund, Kurt Weber von der Feuerwehr des Jagdgeschwaders 71 und Stadtbrandmeister Mario Holzke war auch Kreisbrandmeister Wilfried Janssen zu Gast. Er durfte die besonderen Ehrungen vornehmen.

Seit 40 Jahren ist Heribert Fischer Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Wittmund und Oltmann Klöker, der zusammen mit seinen Kameraden in 2010 wieder 125 Lehrer und Kinder im Brandschutz erzogen hat, ist seit einem halben Jahrhundert Mitglied der Wehr. Befördert wurden an diesem Abend Rene Süßen zum Feuerwehrmann, Eike Schüler zum Hauptfeuerwehrmann, Uwe Holzknecht zum ersten Hauptfeuerwehrmann, Ralf Eikermann und Björn Rieken zum Hauptlöschmeister sowie Sven Dieckmann zum Oberbrandmeister.

Dass es den Wittmundern nicht Bange werden muss um Nachwuchs, konnte Jugendwart Jugendwart Nils Pasemann berichten. Die Jugendwehr hat 25 Mitglieder und konnte acht Neuzugänge verzeichnen.

Bürgermeister Rolf Claußen (l.) übergab Ortsbrandmeister Ralf Köllner schon mal einen Bauhelm.Wink mit dem Zaunpfahl: Ortsbrandmeister Ralf Köllner (v.r.), überreicht Bürgermeister Rolf Claußen, einen Bausatz eines Tanklöschfahrzeuges, damit der Bürgermeister stets and die dringende Ersatzbeschaffung neuer Einsatzfahrzeuge erinnert wird. Da viele Fahrzeuge mit zum Teil einem Alter von über 30 Jahren sich schon offiziell Oldtimer nennen dürfen.Gruppenfoto mit den Gästen, Geehrten und Beförderten: Mario Holzke (v.l.), Rolf Claußen, Klaus Menssen, Wilfried Janssen, Oltmann Klöker, Heribert Fischer, Ralf Eikermann, Uwe Holzknecht, Eike Schüler, René Süßen, Björn Rieken, Sven Dieckmann, Ralf Köllner.

Text: Anzeiger für Harlingerland
Bilder: Wolfgang Trumpf