29. Januar - Vier sind schon seit 70 Jahren bei der Feuerwehr

Bild: Anzeiger für HarlingerlandLEERHAFE/WJA - Durch eine starke Anziehungskraft auf sämtliche Generationen zeichnet sich die Freiwillige Feuerwehr Leerhafe-Hovel aus, dies wurde im Rechenschaftsbericht des neuen Ortsbrandmeisters Thorsten Folkers während der Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitagabend deutlich. Die zahlreich anwesenden Kameraden sowie die Ehrengäste um Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen und Hovels Ortsvorsteher Wilhelm Busker staunten nicht schlecht, als Folkers ihnen die Zahlen für 2011 präsentierte. Der Stützpunktfeuerwehr gehören nämlich nicht nur 46 Aktive und 19 Senioren an, sie hat sogar 27 Mitglieder in ihrer Jugendabteilung.„Wir haben im Nachwuchsbereich seit Jahren steigende Zahlen und mussten deshalb kürzlich sogar einen Aufnahmestopp verhängen“, erklärte Folkers. Dies sei schon ein erstaunlicher Trend, da einige Feuerwehren in unserer Region in diesem Punkt durchaus Probleme hätten. Zudem fühlten sich nicht nur die unterschiedlichsten Altersschichten von den Floriansjüngern angesprochen, auch das weibliche Geschlecht ist auf dem Vormarsch. Darüber freute sich der Ortsbrandmeister: „Unter den 46 Aktiven sind vier Frauen, und die Jugendabteilung besteht sogar zu einem Drittel aus Mädchen.“

Begeistert von diesen Zahlen zeigte sich auch Claußen, der vor allem die gute Zusammenarbeit über die Altersklassen hinweg lobte. Leider werde in der Öffentlichkeit häufig nur das gesellschaftliche Miteinander in der Feuerwehr betont, während die eigentliche Arbeit in den Übungen und Einsätzen zu wenig gewürdigt werde. Das gute Bild der Feuerwehr Leerhafe-Hovel sei übrigens im März abgerundet worden, als es zu einer reibungslosen Veränderung in der Führung gekommen sei. Der 37-jährige Folkers folgte in dem Monat nämlich dem in die Altersabteilung gewechselten Hermann Menssen im Amt des Ortsbrandmeisters. Zum neuen Stellvertreter wurde damals übrigens Matthias Broßonn ernannt.

Hovels Ortsvorsteher Busker, der gleichzeitig als Vorsitzender des Feuerwehrausschusses des Wittmunder Stadtrats anwesend war, wies in seiner Gastansprache zudem auf den mit 33,6 Jahren sehr niedrigen Altersdurchschnitt der Aktivabteilung hin. „Ihr unterstützt unsere Dörfer in vielerlei Hinsicht“, rief er den Kameraden zu. Busker entschuldigte auch die Abwesenheit von Leerhafes Ortsvorsteher Günther Theesfeld, der aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen konnte.

Bei all der erfreulichen Statistik vergaß es der neue Ortsbrandmeister natürlich nicht, auf die einzelnen Einsätze und Übungen des abgelaufenen Jahres zurückzublicken. Die sieben Brandeinsätze, zehn Hilfeleistungen sowie eine Heumessung stehen eher für einen durchschnittlichen Wert. Es wurde jedoch mit 501 Einsatzstunden etwas mehr Zeit als gewöhnlich aufgewendet, dies lag auch an dem schweren Verkehrsunfall im August in Falster. Hier wurde die Feuerwehr Leerhafe-Hovel hinzugerufen, da sie sich im Besitz eines Schnelleinsatzzeltes zur Betreuung von Verletzten befindet. In dem Zusammenhang empfahl der stellvertretende Kreisbrandmeister Helmut Cremer in seinem Gastvortrag allen an einem solchen Ereignis beteiligten Kameraden, anschließend die Notfallseelsorge in Anspruch zu nehmen.

Weiter erwähnte Folkers in seinem Rechenschaftsbericht fünf Übungen, Brandschutzerziehung in Schulklassen, den Besuch von Lehrgängen sowie verschiedene Aus- und Fortbildungen. Gegenüber den beiden Kommunalpolitikern meldete er aber auch den Bedarf für dieses Jahr an. So fehlt es mittlerweile 18 Kameraden an einem C1E-Führerschein, um das Tanklöschfahrzeug mit Anhänger fahren zu dürfen. An dieser Stelle versprach Claußen: „Wer diesen Führerschein braucht, kann ihn vollständig auf Kosten von Stadt und Landkreis machen.“

Nachdem schließlich auch der stellvertretende Stadtbrandmeister Frank Frerichs seinen Bericht verlesen hatte, stand die Ernennung von Simon Frerichs zum Feuerwehrmann auf dem Programm. Dem schlossen sich insgesamt neun Beförderungen an, so dürfen sich Stefan Ponath, Andreas Arians, Dennis Fischer, Michael Henschen und Renke Oltmanns jetzt „Oberfeuerwehrmann“ nennen. Und auch für zwei Frauen ging es auf der Karriereleiter weiter bergauf: Inga Ötjengerdes wurde zur Oberfeuerwehrfrau ernannt, Marion Cornelius stieg sogar schon zur Hauptfeuerwehrfrau auf. Den Vorgaben entsprechend, wurde auch die neue Führungsspitze befördert. Folkers tritt zukünftig als Oberbrandmeister auf, sein Stellvertreter Broßonn als Brandmeister.

Die Ehrung verdienter Mitglieder war zweifellos der Höhepunkt des Abends. So wurden Udo Hinrichs und Dieter Wilken für eine 25-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet, weiter wurden Bernhard Dirks (40 Jahre), Johann Bruns und Johann Christians (jeweils 50 Jahre) geehrt. Etwas ganz Außergewöhnliches für die Jahreshauptversammlung einer Feuerwehr war sicherlich die Ehrung von Reinhard Eilts, Johannes Eilts, Folkert Krull und Karl-Heinz Lüken. Die vier Genannten gehören den örtlichen Floriansjüngern bereits seit 70 Jahren an und erhielten von den Anwesenden viel Beifall.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland