10. Mai - Großbrand in Otterndorf

Spektakuläre Übung der Kreisfeuerwehrbereitschaft aus Wittmund

Auch das Auslegen einer Ölsperre wurde geübt. | Bild: M. Gerdes

WITTMUND/OTTERNDORF/MAG – Was so realistisch nach einem Ernstfall aussah, entpuppte sich schnell als groß angelegte Übung. Normalerweise werden in so einem Ernstfall die benachbarten Feuerwehren  angefordert. Hier sollte aber die Kreisfeuerwehrbereitschaft (KFB) aus dem Landkreis Wittmund, unter der Leitung von Johann Goldhammer, zur 2-tägigen Übung gerufen werden. Ziel dieser Übung war die Personenrettung, Brandbekämpfung, Aufnahme von Flüssigkeiten, sowie das Erproben der Zusammenarbeit der einzelnen Fachzüge.

Die Einsatzkräfte der KFB kommen bei der Bekämpfung von großen Schadenslagen, insbesondere bei Katastrophen zum Einsatz.

Landrat Matthias Köring verabschiedete am frühen Sonnabendmorgen 90 Feuerwehrleute und 24 Einsatzfahrzeuge der Kreisfeuerwehrbereitschaft bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Wittmund. Es war schon ein imposantes Bild, als die Einsatzfahrzeuge mit eingeschaltetem Blaulicht in Kolonnenfahrt Richtung Otterndorf, Samtgemeinde Hadeln / Cuxhaven unterwegs waren.

Die Wittmunder wurden von der KFB Cuxhaven Ost zur Unterstützung angefordert, nachdem sich der Brand auf nebenstehende Gebäude, Kunstdüngerlager, sowie ein Lager mit Aceton-, Sauerstoff- und Propangasflaschen ausgeweitet hatte. Nach Ankunft der Wittmunder KFB machte sich Goldhammer zuerst ein Bild von der Einsatzlage. Da davon auszugehen war das giftige Dämpfe austraten, wurde sofort unter Atemschutz mit der Rettung der vier am Boden liegenden Kameraden begonnen. Auch die vermissten Personen, die sich in einer brennenden Lagerhalle aufhielten, wurden unter Atemschutz geborgen. Bis es soweit war, mussten die Opfer aber erst gefunden werden. Eine schwierige Aufgabe, die meist von Qualm und Rauch erschwert wurde. Die Feuerwehrleute mussten die künstlich vernebelte Lagerhalle durchsuchen. Die Sicht war gleich null.

Die Löschwasserentnahme aus dem direkt angrenzenden Fluss Medem war nicht möglich, da durch ein Leck an einem Dieseltank Kraftstoffe und Dünger in Verbindung mit Löschwasser in den Fluss liefen. Somit musste die Wasserversorgung durch eine etwa 1.200 Meter lange Schlauchleitung mit Hilfe des Schlauchwagens SW 2000 der Ortsfeuerwehr Marx erfolgen.

Die Kameraden des Gefahrgutzuges (GWG) errichteten eine Ölsperre auf der Medem, damit das kontaminierte Wasser nicht weiterfließen konnte. Weitere Einsatzfahrzeuge wurden u.a. für den Wassertransport aus dem etwa 600 Meter entfernten Hydranten, sowie zum Pumpen eingesetzt. Das Tanklöschfahrzeug aus Burhafe baute den Löschwasser-Monitor (Wasserwerfer) auf dem Fahrzeugdach auf, die Wasserversorgung wurde durch die Tanklöschfahrzeuge aus Neuharlingersiel und Horsten gesichert.

Nach etwa drei Stunden war die Übung beendet. In der anschließenden Nachbesprechung wurden nochmals alle Übungsschwerpunkte angesprochen. Abschnittsleiter Thomas Friedhoff und das Ausrichterteam der KFB Cuxhaven Ost (Hadeln) bedankten sich bei Johann Goldhammer und  Wittmunds Kreisbandmeister Johann Folkers, sowie den beteiligten Wehren der KFB für die hohe Einsatzbereitschaft und gute kreisübergreifende Zusammenarbeit. Mit der Einladung zu einem Gegen-„Einsatz“ bedankten sich die Wittmunder Kameraden bei der Cuxhavener Kreisbereitschaft Ost.

Nach der Einsatzübung konnten sich die Kameraden bei einem gemütlichen Grillabend, ausgeführt durch das Feldküchen-Team der Feuerwehr Holtgast, austauschen. Am Sonntag trafen die Feuerwehrleute mit ihren Einsatzfahrzeugen unversehrt wieder in ihren Heimatorten ein.

Bericht u. Bild: Martina Gerdes