08. Dezember - Jahresabschlussversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Helmut Cremer, Regierungsbrandmeister Arnold Eyhusen (von links) und Kreisbrandmeister Johann Folkers (4. von links) mit den Beförderten. | Foto: NagelDas neue Jahr steht im Zeichen der Leitstelle und des Digitalfunks.

WITTMUND/WJA – Zufriedene Gesichter gab es vorgestern Abend in der Feuerwehrtechnischen Zentrale anlässlich der Jahresabschlussversammlung des Kreisfeuerwehrverbands, sind doch 2012 seitens des Landkreises hohe Investitionen in die Ausstattung erfolgt. So erhielt der die örtlichen Wehren umfassende Verband im Frühjahr ein neues Einsatzleitfahrzeug im Wert von 380 000 Euro, hinzu kamen weitere Anschaffungen für 25 700 Euro. Die Politik zeige dadurch, dass sie das aktuelle Motto „Unverzichtbar“ des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbands ernst nehme, schlussfolgerte der Kreisbrandmeister Johann Folkers in seiner Eröffnungsrede zufrieden. Landrat Matthias Köring nahm den Ball gerne auf: „Wir sorgen dafür, dass eine vernünftige Technik zur Verfügung steht.“

Doch in den Wortbeiträgen wurde auch deutlich, dass das beste Material nichts nützt, wenn einem die Leute ausgehen. Akut sind die hiesigen Wehren davon nicht betroffen, in Horsten konnte in diesem Jahr sogar die 16. Jugendfeuerwehr des Landkreises aus der Taufe gehoben werden. Köring wies allerdings darauf hin, dass es schon 2030 ein Drittel weniger Kinder geben werde. Feuerwehren befänden sich mit anderen Institutionen und Vereinen in einem schärfer werdenden Konkurrenzkampf um den Nachwuchs. Als erste Reaktion auf die demografischen Herausforderungen hat das Land Niedersachsen im Juli das Brandschutzgesetz geändert und die Altersgrenze bei den Aktiven auf 63 Jahre angehoben. Außerdem kann ein Ortsbrandmeister jetzt entscheiden, ob er sogar noch ältere Kameraden mit zu den Einsätzen nimmt.

Neben dem demografischen unterliegen die Blauröcke auch einem technischen Wandel. So soll die Kommunikation 2013 nach und nach auf Digitalfunk umgestellt werden. Das Wittmunder Polizeikommissariat startet nach Aussage seines Leiters Stephan Zwerg bereits Anfang nächsten Jahres einen Testbetrieb. „Mit der Inbetriebnahme der Leitstelle sollen auch die Feuerwehren digitalisiert werden“, sagte der Landrat an die 90 anwesenden Floriansjünger gewandt. In dem an der Wittmunder Südumgehung gebauten Gebäude werde bis Ende April die Technik installiert, nach einer Übergangsphase solle die Leitstelle dann im Sommer voll einsatzfähig sein. Notrufe aus den Landkreisen Wittmund, Aurich und Leer würden dann zentral in der Harlestadt auflaufen. Es käme insgesamt zu einer Erhöhung der Sicherheit für die Bürger.

Natürlich standen auf der Versammlung auch Beförderungen an. So wurde Stefan Renken zum Oberlöschmeister, Andree Janssen zum Brandmeister und Bernhard Groot zum Löschmeister ernannt, Ingo Kruse und Timo Rahmann fungieren zukünftig als Hauptlöschmeister. Friedeburgs Gemeindebrandmeister Frank Gerdes darf sich zukünftig „Oberbrandmeister“ nennen, Erwin Reiners wurde sogar Abschnittsleiter. Außerdem wurden Wilfried Janssen, Gerholt Renken, Uwe Wiechers, Hermann Rieken in die Ehrenabteilung des Kreisverbands verabschiedet. Wittmunds Stadtbrandmeister Mario Holzke erhielt zur Verabschiedung nach über 20-jähriger Tätigkeit als Schriftwart des Kreisfeuerwehrverbands eine Ehrentafel. Am Schluss der Veranstaltung gab Regierungsbrandmeister Arnold Eyhusen den passenden Slogan des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes für 2013 bekannt: „Die Feuerwehr ist ein starkes Element unserer Gesellschaft.“

Quelle: Anzeiger für Harlingerland