02. Februar - Immer mit Feuer und Flamme bei der Feuerwehr

c_800_600_16777215_00_images_stories_news_2013_DSC_3012.JPGDer Wittmunder Stadtbrandmeister Mario Holzke hat die Altersgrenze erreicht und gibt sein Amt ab

WITTMUND/MH - Beim Thema Feuerwehr bekommt Mario Holzke leuchtende Augen. Das ist schon seit seiner Kindheit so. Als kleiner Knirps verfolgte er fasziniert die großen Übungen der Ortswehr auf dem Schafmarkt mitten in der Stadt. „Von da an war ich immer mit Feuer und Flamme bei der Feuerwehr.“ Folgerichtig trat er der Wittmunder Ortswehr bereits mit 17 Jahren bei – und stieg die Feuerwehr-Karriereleiter Schritt für Schritt hinauf. 2004 wurde er zum Stadtbrandmeister ernannt. Jetzt, nach neun Jahren, muss er dieses Amt aus Altersgründen abgeben. Denn er wird bald 62 und wechselt in die Altersabteilung.

Schon in jungen Jahren absolvierte Mario Holzke alle Lehr- und Ausbildungsgänge, die ein versierter Feuerwehrmann so braucht. In den 1980-er Jahren wurde er Zugführer der Wittmunder Schwerpunktwehr. Er bewährte sich. Als im Jahr 2004 dann der damalige Stadtbrandmeister Manfred Fischer die Altersgrenze erreicht hatte, wurde Holzke gefragt, ob er diese Aufgabe übernehmen wolle. „Nach kurzer Rücksprache mit der Familie gab ich grünes Licht.“ Die Wahl im Kommando und im Stadtrat erfolgte einstimmig, nach der ersten fünfjährigen Amtszeit dann 2009 noch einmal. Holzke war inzwischen eine Institution. Er hatte den Laden „im Griff“.

Für die sieben Feuerwehren im Bereich der Stadt Wittmund stand für ihn eine gute Ausrüstung immer an erster Stelle. „Es waren sozusagen kleine interne ,Reformen’ notwendig“, sagt er mit einem gewissen Lächeln. Diese „Reformen“ bezogen sich besonders auf notwendige Anschaffungen. Der Fuhrpark und die Gerätschaften, Atemschutz, Schutzkleidung und vieles mehr waren in die Jahre gekommen. Holzke trat den Kommunalpolitikern auf die Füße, blieb beharrlich am Thema dran. Einige Jahre saß er selbst im Stadtrat – das war natürlich nicht von Nachteil.

In den alljährlichen Jahreshauptversammlungen der sieben Ortswehren war er meistens zugegen – und gefürchtet. Denn auch die kommunalen Entscheidungsträger saßen dann gespannt mit am Tisch. Am Schluss stand jeweils der „Bericht des Stadtbrandmeisters“ auf der Tagesordnung. Holzke redete Tacheles. Besonders gefürchtet war bei den Kommunalpolitikern der Punkt „Ausblick“. Denn dann lief Holzke regelmäßig zur Hochform auf, stellte seinen Forderungskatalog vor. Ganz oben stand da in den letzten Jahren seiner Amtszeit der Punkt „Neues Feuerwehrgerätehaus in Wittmund“. Jetzt, am Ende, sieht er sich am Ziel. „Der Standort ist der gewünschte, in diesem Jahr geht es endlich los. Schade ist nur, dass ich nicht mehr den Schlüssel überreicht bekomme. Aber vielleicht werde ich ja eingeladen.“

Trotz der einen oder andern langwierigen Diskussion mit Rat und Verwaltung sieht Holzke die Wittmunder Wehren heute insgesamt gut aufgestellt, auch in der Nachwuchsarbeit. Probleme mit der Ausrüstung wie in der Samtgemeinde Esens sieht er nicht. „Unsere Schutzausrüstung ist sehr gut und komplett erneuert worden.“
Mario Holzke erinnert sich an viele spektakuläre und auch tragische Einsätze. Das größte Feuer war im vergangenen Jahr der Großbrand bei „Euronics“. Aber auch der Einsatz in der Osterstraße im April 2008 in der Osterstraße oder jetzt in Warnsath mit Todesopfern bleiben haften. „Das nimmt einen auch persönlich mit“, so der 61-Jährige. Unvergessen auch die angebliche „Bombendrohung“ beim Feuerwehrball 2008 – mit großer Evakuierung.

„Dazu kommt die viele Verwaltungsarbeit, die kaum einer sieht, aber sehr zeitintensiv ist“, so Holzke. Das Amt gebe er mit einem lachenden und weinenden Auge weiter. „Ich habe dann zwar mehr Freizeit, auf der anderen Seite bin ich aber nicht mehr mitten drin.“ Aber klar: Endlich findet der Elvis-Presley-Fan nun auch wieder mehr Zeit für sein heiß geliebtes Idol.

Ausblick: So ganz wird sich Mario Holzke vom Feuer- und Katastrophenschutz nicht verabschieden. Denn im Ordnungsamt des Landkreises, wo er von der Pike auf gelernt hat, ist er eben für diesen Bereich zuständig. „Drei Jahre bin ich noch im Dienst, diese Zeit ist also noch ein bisschen mit ,Tatü-Tata’ angehaucht.“ Die offizielle Verabschiedung ist am 19. Februar, um 19 Uhr im Rathaus. Dann wird er den Stab an Frank Frerichs von der Ortswehr Burhafe übergeben. Das Haus ist gut bestellt.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland