18. Februar - Modernisierung durch wegweisende Beschlüsse

Bild: Wilko Janßen, Anzeiger für HarlingerlandSchwerpunktfeuerwehr erhält neues Gebäude und verändertes Fahrzeugkonzept – Soziale Netzwerke in der Kritik

WITTMUND/WJA - „Vielleicht ist dies die letzte Jahreshauptversammlung in unserem Gebäude an der Bismarckstraße“, sprach Ortsbrandmeister Ralf Köllner am Freitagabend zur Begrüßung der rund 70 Mitglieder der Wittmunder Schwerpunktfeuerwehr eine große Hoffnung aus. Und diese dürfte erstmals berechtigt sein, hat doch der Wittmunder Stadtrat den Weg für die Errichtung eines neuen Gebäudes auf einem Grundstück an der Carolinensieler Straße frei gemacht und eine entsprechende Bauleitplanung beschlossen. Bereits Ende 2012 wurden dort demonstrativ die ersten Pflöcke eingeschlagen. Laut Bürgermeister Rolf Claußen beträgt das Investitionsvolumen 2,2 Millionen Euro. Läuft alles nach Plan, könnten die Blauröcke ihr neues Haus Ende diesen Jahres beziehen.

Köllner als auch der scheidende Stadtbrandmeister Mario Holzke sprachen in ihren Rechenschaftsberichten von weiteren, die Wittmunder Floriansjünger betreffenden wegweisenden Beschlüssen. So stünde nun ebenfalls die Umsetzung eines Fahrzeugkonzeptes an, welches ein neues Löschfahrzeug TLF 16/25 und einen neuen Rüstwagen RW II anstelle der alten Modelle vorsehen würde. Dafür müssten die Wittmunder jedoch ihr Löschfahrzeug LF 16/12 an die Carolinensieler Ortsfeuerwehr abtreten. Der letztgenannten Entscheidung sieht Köllner mit einer gewissen Skepsis entgegen, da in der Harlestadt bei technischen Hilfeleistungen in größerem Umfang der Rüstsatz des LF 16/12 fehlen könnte. Die Kommune lässt sich das neue Fahrzeugkonzept übrigens 800 000 Euro kosten. Die darüber hinaus bereits 2012 getätigte Anschaffung des neuen, allen sieben Ortsfeuerwehren zur Verfügung stehenden Einsatzleitwagens ELW 1 wurde dagegen von allen Rednern gelobt. Zusammenfassend bezeichneten sie das geplante Bauvorhaben und die Umstrukturierung des Fuhrparks als einen großen Schritt in Richtung einer Modernisierung der Wittmunder Feuerwehr.

Was die Anzahl und den Umfang der Einsätze betrifft, bezeichnete Köllner 2012 rückblickend als ein grundsätzlich gewöhnliches Jahr. So hätte es 63 Brandeinsätze und 34 Hilfeleistungen gegeben, bei denen insgesamt 25 Personen gerettet wurden. Als herausragendes Ereignis sei jedoch natürlich der Großbrand des Elektronikmarkts Euronics im August zu bezeichnen. Bei diesem Unglück hätte die Zusammenarbeit aller Hilfskräfte vor Ort hervorragend geklappt. Neben allen Blauröcken des Wittmunder Stadtgebiets waren damals unter anderem auch die Fliegerhorstfeuerwehr und natürlich die Polizei im Einsatz. Köllner überreichte als Dank für die gute Kooperation während dieses Großbrands je ein Präsent an Hartmut Gerdes, Wachabteilungsleiter der Fliegerhorstfeuerwehr sowie an den Leiter des Wittmunder Polizeikommissariats, Stephan Zwerg. Schlecht weg kam hingegen das Verhalten einiger Mitbürger, die während eines Unglücks falsche und verletzende Nachrichten in den sozialen Netzwerken des Internets verbreiten würden. „Gerade beim Brand von Euronics sind Angehörige gewissenlos verängstigt worden“, regte sich Zwerg auf. Außerdem sei die Arbeit einiger Hilfskräfte hämisch kommentiert worden. Diesen Punkt nutzte Kreisbrandmeister Johann Folkers allerdings auch zur Selbstkritik: „Einige Kameraden sind mehr mit dem Fotografieren als mit dem Löschen beschäftigt.“ Köllner sprach von zunehmenden Problemen mit Schaulustigen, die im Zeitalter des mobilen Internets oft noch vor den Rettungskräften in großer Anzahl die Unglücksstelle erreichten.

Die Jahreshauptversammlung endete mit den obligatorischen Beförderungen und Ehrungen. Zunächst wurde Philip Stenzel zum Feuerwehrmannanwärter ernannt. Offiziell als „Feuerwehrmann“ dürfen sich jetzt Alex Borcherding, Fabian Becker, Marcel Onken und Thilo Seglitz bezeichnen. Noch einen Schritt weiter ist dagegen schon Kevin Becker, der zum Hauptfeuerwehrmann befördert wurde. Neue Löschmeister sind jetzt Nils Pasemann und Thilo Magunia. Den größten Sprung auf der Karriereleiter machte allerdings Frank Sander, der fortan als Hauptlöschmeister fungiert. Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden Peter Gerndt (25 Jahre), Reiner Decker, Rüdiger Peters (jeweils 40) und Fritz Eikermann (60) geehrt.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland