08. Juni - Flut-Einsatz: Ärger über Rückmarsch

Wittmunder und Auricher machten sich umsonst auf den Weg an die Elbe.

WITTMUND/ - „Außer Spesen nichts gewesen.“ So könnte man den Hochwasser-Einsatz der Feuerwehr-Kreisbereitschaften Wittmund und Aurich Abschnitt Süd überschreiben. Bereits bei ihrem Eintreffen im Landkreis Lüneburg am Donnerstagabend wurde den ostfriesischen Feuerwehrleuten mitgeteilt, dass ihre Hilfe nicht benötigt wird. Gestern Morgen machten sich die Einsatzkräfte wieder auf den Heimweg.

„Wir sind sehr unglücklich und haben uns bei den entsprechenden Stellen beschwert“, sagte Johann Goldhammer, der die Wittmunder Kreisbereitschaft anführt. „Die Stimmung ist im Keller“, gab ein anderer Feuerwehrmann aus dem Landkreis Wittmund zu. „Wir haben kein Wasser und keinen Sand gesehen. Dabei sind wir hoch motiviert losgefahren.“

Ernst Hemmen, Kreisbrandmeister im Landkreis Aurich, sah es nicht so dramatisch, gewann der Situation sogar etwas Positives ab. „Wir haben unsere Bereitwilligkeit und unsere Stärke gezeigt, denn wir haben in kurzer Zeit 150 Leute zusammenbekommen. Darauf können wir stolz sein.“

Die Hilfe der Auricher und Wittmunder Feuerwehrleute wurde nicht mehr benötigt, weil sich im Laufe des Tages die Voraussagen für die Pegelstände geändert hatten. Das Wasser soll voraussichtlich nicht so hoch auflaufen, wie zunächst befürchtet. „Zum Zeitpunkt der Alarmierung sah das noch ganz anders aus“, teilte Sigrid Ruth von der Pressestelle des Katastrophenstabes im Landkreis Lüneburg auf Anfrage mit. Außerdem hatten sich aus der Bevölkerung mehr freiwillige Helfer als erwartet gemeldet.

Quelle: Anzeiger für Harlingerland