26. August - Wehr probt den Ernstfall

Dichter Qualm zog am Samstagmorgen aus dem Gebäude | Bild: MeyerSzenario: Großbrand im Haus Osterstraße 31 - Sechs Verletzte müssen gerettet werden

WITTMUND/NC - Die Feuerwehr einer Stadt muss schlagkräftig sein. Wer wüsste das nach drei verheerenden Großbränden allein in diesem Jahr besser als die Wittmunder. Damit im Einsatz alles wie am Schnürchen läuft, proben die Brandschützer regelmäßig den Ernstfall. Sonnabend, in aller Herrgottsfrühe, war die Ortswehr Wittmund am Zuge. Um 6.42 Uhr ging der Alarm los: Feuer im Haus Osterstraße 31. Dass es sich um eine Übung handelt, erfuhren die Einsatzkräfte erst vor Ort.

Realitätsnah hatten Sven Meyer, Kevin Becker und Ralf Fremy die Übung vorbereitet, Pyrotechnik und geschminkte Verletztendarsteller inklusive. Die Feuerwehrleute konnten in die Vollen gehen, schließlich soll das Gebäude alsbald abgerissen werden, um Senioren-Wohnungen Platz zu machen. Bereits vier Minuten nach dem Alarm traf das erste von sieben Fahrzeugen ein. Unter Einsatzleitung von Ortsbrandmeister Ralf Köllner gingen die 35 Feuerwehrleute ans Werk. Im Mittelpunkt der Übung stand die Rettung von Menschen aus brennenden Häusern sowie die Kommunikation zwischen der Crew im Einsatzleitwagen und den Gruppenführern, die Leute mit schwerem Atemschutz ins Gebäude schicken. Zudem sollte die Alarmierung über Digitalfunk getestet werden, über den die Wehren im Landkreis seit Anfang des Monats verfügen. Ralf Köllners erstes Resümee: „Insgesamt ist es gut gelaufen.“

 

Digitale Alarmierung klappt reibungslos

WITTMUND/NC - Einige Frühaufsteher schauen gebannt, als am Sonnabend frühmorgens ein Feuerwehrwagen nach dem anderen vor dem Haus Osterstraße 31 hält und 35 Einsatzkräfte herausspringen. Doch die Befürchtung, dass in Wittmund schon wieder ein Großbrand ausgebrochen ist, stellt sich als unbegründet heraus – auch für die Feuerwehrleute, die um 6.42 Uhr alarmiert worden sind: Es ist eine Übung, um den Ernstfall zu proben (siehe Seite 1).

Ralf Fremy, Sven Meyer und Kevin Becker haben dafür dieses Szenario ausgearbeitet: In dem alten Geschäftsgebäude ist ein Rauchmelder hochgegangen; Qualm dringt aus dem Haus nach draußen. Bei Arbeiten zum Herausnehmen des Fußbodens ist umbemerkt ein Schwelbrand entstanden, der plötzlich aufflammt und sich über die Zwischendecken ausbreitet. Bei Löschversuchen werden sechs Personen verletzt, sie rufen um Hilfe. Fremy und Co. haben richtig Gas gegeben, Pyrotechnik und Nebelmaschine eingesetzt. Marcel Fürchtenicht und Jakob Binder mimen zwei Verletzte, Insa Opitz vom DRK Marx hat sie gruselig geschminkt.

Nach und nach treffen sieben Feuerwehrwagen vor Ort ein, darunter der mit der Drehleiter. Kommandos schallen hin und her, Sprechfunkgeräte quäken. Zügig ist die Wasserversorgung hergestellt. Trupps mit Atemschutzgeräten dringen ins Gebäude vor, um die „Verletzten“ zu suchen und die „Flammen“ zu bekämpfen. Oben von der Drehleiter wird das Dach mit einem breiten Wasserstrahl überzogen – Test für eine neue Düse und eine Alternative zum sogenannten Vollstrahl. Nach einer Stunde ist die Übung „abgearbeitet“. Der Einsatzleiter, Ortsbrandmeister Ralf Köllner, zieht ein erstes Fazit: Die Alarmierung über Digitalfunk habe reibungslos funktioniert, und auch sonst sei wenig auszusetzen. „Kleine Fehler gibt es immer. Die dürfen bei einer Übung sein, damit im Ernstfall alles klappt. Insgesamt gesehen ist alles gut gelaufen“, meint Köllner zufrieden.

Bericht: Anzeiger für Harlingerland (Hermfried Oncken)

Dichter Qualm zog am Samstagmorgen aus dem Gebäude | Bild: MeyerBild: MeyerBei der Übung wurde auch der neue Monitor der Drehleiter getestet. | Bild: Meyer

Realitätsnahe wurden die Verletztendarsteller durch das DRK Marx geschminkt. | Bild: MeyerRealitätsnahe wurden die Verletztendarsteller durch das DRK Marx geschminkt. | Bild: MeyerStändige Kommunikation ist bei Einsätzen unerlässichlich | Bild: Meyer