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130 Einsatzkräfte bei Großübung

Eine solch komplexe Übung hat es im Landkreis Wittmund erst zum zweiten Mal gegeben: Auf der Upschörter Straße in Priemelsfehn bei Reepsholt wurde gestern Nachmittag mit einem verunglückten Linienbus und zwei weiteren beteiligten Fahrzeugen ein „Massenanfall von Verletzten“ simuliert, der ein Großaufgebot von 130 Rettungskräften aller Bereiche auf die Beine brachte. „Nach meinem ersten Eindruck hat alles prima funktioniert“, erklärte Ordnungsamtsleiter Uwe Hinrichs. Kleine Haker würden in der Nachbesprechung diskutiert.

Verunglückter Linienbus als Annahme

GROSSÜBUNG - Rettungsorganisationen mit reibungslosem Szenario – Krankenhaus erstmals involviert

Landrat: „Es geht im Ernstfall darum, bei einem Unfall möglichst schnell in ausreichender Zahl vor Ort zu sein.“

PRIEMELSFEHN. Wenn der Mitarbeiter in der Leitstelle Ostfriesland mit Sitz in Wittmund nach der entsprechenden Meldung den Knopf für das Szenario „Massenanfall von Verletzten“ (ManV) drückt, dann springt eine Alarmierung für diverse Rettungseinheiten an. Doch funktioniert das in der Theorie erdachte Zusammenspiel auch in der Praxis? Eine Großübung mit 130 Hilfskräften aus dem Landkreis Wittmund sollte dies testen.

„Ich habe den Eindruck, dass die Übung positiv verlaufen ist“, gab Uwe Hinrichs, als Ordnungsamtsleiter des Kreises einer der Beobachter, zwischendurch ein erstes Fazit. Dass genaue Details bei der üblichen Nachbesprechung noch kritisch hinterfragt werden, kündigte bei der Abschlussbesprechung Wittmunds Landrat Holger Heymann an, der den funktionierenden Ablauf lobte.

„So eine Unfallsituation könnte sich auf unseren Straßen jederzeit ereignen“, betonte Heymann, der die Annahmesituation für den Massenunfall in Priemelsfehn skizzierte: Ein betrunkener Autofahrer hat versucht, einen Wagen vor ihm zu überholen und übersieht dabei einen entgegenkommenden Linienbus, der sich aus Reepsholt nähert. Ein Personenwagen kollidiert mit dem Bus, der andere mit einem Radfahrer, der im Straßengraben stirbt. „Im Ernstfall geht es letztlich immer darum, im Interesse der Unfallopfer möglichst schnell in ausreichender Zahl vor Ort zu sein, um eine optimale Versorgung sicherzustellen“, sagte der Landrat. Bei der Alarmübung seien sämtliche Ressourcen gezogen worden. „Je mehr Rettungskräfte unterschiedlicher Organisationen beteiligt sind, desto wichtiger ist die gute Koordinierung der Abläufe.“ Angesichts der steigenden Zulassungszahlen, müsse man auf Unfälle immer besser vorbereitet sein.

Eike Derezinski, Christian Herzog und Dr. Andreas Stehr hatten das Übungsprofil ausgearbeitet, um die Abläufe bei derartigen Unfalllagen abstimmen und verfeinern zu können. „Erstmalig haben so viele Akteure aus den diversen Einheiten und Organisationen mitgewirkt, sogar die Notaufnahme des Wittmunder Krankenhauses war erstmals mit eingebunden“, erläuterte der Landrat. Neben zahlreichen Feuerwehreinheiten und Rettungsdiensten waren unter anderem das Kriseninterventionsteam des Landkreises, Rettungshubschrauber Christopher 26 und Unfallseelsorger Pastor Jörg Janköster (Friedeburg) am Einsatzort. Die Unfallopfer stellten Mitglieder vom Jugendrotkreuz des DRK Aurich lebensnah geschminkt und eindrucksvoll dar.

 

Bild / Text: Anzeiger für Harlingerland | Detlef Kiesé